Kinderbetreuungskosten im Markt Mömbris
Erstelldatum13.08.2026

Die Betreuung unserer Kinder ist eine der wichtigsten Aufgaben unserer Marktgemeinde. Deshalb ist es uns ein Anliegen, Sie offen und transparent über die Änderungen zu informieren, die sich durch die Reform des Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetzes (BayKiBiG) ergeben.
Viele von Ihnen kennen unsere bisherige transparente Darstellung der Elternbeiträge. Dabei haben wir stets den regulären Elternbeitrag ausgewiesen und den staatlichen Beitragszuschuss in Höhe von monatlich 100 Euro für Kindergartenkinder direkt in Abzug gebracht. Dadurch war für Sie jederzeit nachvollziehbar, wie sich der von den Eltern zu zahlende Beitrag ergibt.
Mit der Reform des BayKiBiG wurde dieses Fördersystem grundlegend geändert.
Wer bisher 100 Euro weniger Elternbeitrag bezahlt hat, wird auf den ersten Blick den Eindruck gewinnen, der Kindergarten werde nun teurer. Dieser Eindruck ist verständlich, trifft jedoch nicht zu. Der Wegfall des bisherigen 100-Euro-Zuschusses ist keine Beitragserhöhung durch den Markt Mömbris oder die Träger unserer Kindertageseinrichtungen. Vielmehr hat der Gesetzgeber die Systematik der staatlichen Förderung verändert. Der bisherige Beitragszuschuss wird künftig nicht mehr unmittelbar vom Elternbeitrag abgezogen, sondern fließt auf einem anderen Weg in die Finanzierung aller Kindertageseinrichtungen. Wie die Bayerische Staatsregierung gemeinsam mit den kommunalen Spitzenverbänden und den Trägerverbänden in einer gemeinsamen Elterninformation ausdrücklich betont, bleibt das Geld im System. Die Mittel stehen den Kindertageseinrichtungen zur Verfügung und werden gleichmäßig auf Krippen, Kindergärten und Horte verteilt.
Natürlich stellt sich die berechtigte Frage, ob die zusätzlichen staatlichen Mittel zu niedrigeren Elternbeiträgen führen können. Nach den derzeit vorliegenden Berechnungen müssen wir diese Frage leider verneinen. Zwar verbessert die Reform die staatliche Finanzierung der Kindertagesbetreuung. Gleichzeitig sind jedoch insbesondere die Personal-, Sach- und Energiekosten in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. Unsere bisherigen Hochrechnungen zeigen, dass die zusätzlichen Fördermittel diese Kostensteigerungen zwar teilweise auffangen, die Einrichtungen dadurch jedoch keine finanzielle Besserstellung erfahren, die an die Eltern weitergegeben werden könnte.
Das vorrangige Ziel der Reform besteht vielmehr darin, die Finanzierung der Kindertageseinrichtungen insgesamt zu stabilisieren und die erheblichen Defizite der Einrichtungen zu verringern. Gerade an dieser Stelle möchten wir Ihnen einen Einblick in die tatsächliche Finanzierung unserer Kindertageseinrichtungen geben. Bei Einführung des BayKiBiG im Jahr 2005 war vorgesehen, dass sich die Kosten einer Kindertageseinrichtung ungefähr wie folgt verteilen:
• 40 % Kommune
• 40 % Freistaat Bayern
• 20 % Eltern
Heute stellt sich die Situation deutlich anders dar. Die Auswertung für den Markt Mömbris im Jahr 2025 zeigt folgende Finanzierung:
• 48 % Markt Mömbris
• 40 % Freistaat Bayern
• 12 % Elternbeiträge
Mit anderen Worten: Von jedem Euro, den die Betreuung eines Kindes tatsächlich kostet, tragen die Eltern durchschnittlich nur rund zwölf Cent. Fast jeder zweite Euro wird bereits heute vom Markt Mömbris finanziert.
Hinzu kommt, dass nahezu alle Kindertageseinrichtungen im Markt Mömbris ihre laufenden Betriebskosten trotz staatlicher Förderung und Elternbeiträgen nicht vollständig decken können. Damit dennoch ein verlässliches und qualitativ hochwertiges Betreuungsangebot erhalten bleibt, übernimmt der Markt Mömbris, sofern die Voraussetzungen der jeweiligen Defizitvereinbarungen erfüllt sind, diese Fehlbeträge vollständig.
Dieses kommunale Engagement ist in den vergangenen Jahren erheblich gewachsen:
- 2020: 70.401,92 €
- 2021: 290.261,76 €
- 2022: 310.909,38 €
- 2023: 290.710,25 €
- 2024: 605.336,83 €
- 2025: 930.615,99 €
Die Entwicklung der Defizitübernahmen zeigt eindrucksvoll, dass die Belastung für den Gemeindehaushalt kontinuierlich gestiegen ist und inzwischen einen Betrag von nahezu einer Million Euro erreicht hat. Die zusätzlichen staatlichen Mittel aus der BayKiBiG-Reform sollen deshalb in erster Linie dazu beitragen, diese Defizite zu reduzieren und die Finanzierung der Kindertageseinrichtungen langfristig zu sichern. Sie schaffen nach den derzeitigen Berechnungen jedoch keinen finanziellen Spielraum, um die bisherige Bezuschussung von 100 Euro in anderer Form weiterzugeben.
Unser gemeinsames Ziel bleibt unverändert: eine hochwertige, verlässliche und bezahlbare Kinderbetreuung für alle Familien in Mömbris. Dazu leisten der Freistaat Bayern, der Markt Mömbris, die Träger der Einrichtungen und auch die Eltern ihren jeweiligen Beitrag.
Wir hoffen, dass Ihnen diese Informationen die Hintergründe der Neuregelung verständlich machen. Für Fragen stehen Ihnen die Träger der Einrichtungen sowie der Markt Mömbris selbstverständlich jederzeit gerne zur Verfügung.

