Sanierung der Turnhalle Gunzenbach
Erstelldatum09.04.2026
Im vergangenen Jahr gab es eine Hiobsbotschaft für den Markt Mömbris. Die Turnhalle Gunzenbach musste aus Sicherheitsgründen gesperrt werden, was zwangsläufig erhebliche Beeinträchtigungen für die Grundschule sowie unsere Vereine mit sich gebracht hat. Im Vorfeld hatten Ortsvereine den Markt Mömbris darauf hingewiesen, dass sie der Auffassung sind, dass sich die Decke gesenkt habe. Bei früheren Veranstaltungen habe man mit dem Rollgerüst problemlos durch die Halle fahren können. Dies sei aktuell nicht mehr möglich gewesen, da das Rollgerüst nicht mehr unter den Deckenbindern hindurchgepasst habe.
Das Dach der Turnhalle wird unter anderem von vier sogenannten Bindern getragen. Aufgrund der Rückmeldung der Ortsvereine hat der Markt Mömbris eine Untersuchung durch ein Fachbüro beauftragt. Dabei wurde festgestellt, dass sich die einzelnen Binder erkennbar durchgebogen haben. Die festgestellten Werte gingen von 4,2 cm bis zu 7 cm. In drei von vier Fällen war die Durchbiegung über dem zulässigen Grenzwert, weshalb eine Sperrung der Halle angeordnet werden musste.
Im Anschluss wurde eine Fachfirma beauftragt, ein Sanierungskonzept zu erstellen. Hierzu wurden zunächst die vier Binder abgestützt, so dass eine weitere Senkung verhindert wird. Im Anschluss wurde mittels eines Radarverfahrens jeder einzelne Binder durchleuchtet und zudem bei drei Sondierungsstellen die Bewehrung aufgemessen. Weiterhin gab es Rückprallhammerprüfungen. Recht schnell wurde zunächst festgestellt, dass statt der erwarteten Spannbetonbinder Stahlbetonbinder vorliegen.
Bei den Untersuchungen kam kein einzelner gravierender Grund zu Tage. Die Fachleute gehen davon aus, dass sich mehrere Effekte zusammen genommen auf die Situation der Binder ausgewirkt haben. So wurde festgestellt, dass der Abstand der Längseisen lediglich 3 mm beträgt; somit sei ein ausreichender Verbund zwischen Beton und Bewehrung nicht gewährleistet, was zu einer erhöhten Rissanfälligkeit und größeren Verformungen führen kann. Zudem könnten Bohrungen an der falschen Stelle zu einer weiteren Schwächung geführt haben. Ein weiterer Faktor, der nicht ausgeschlossen werden konnte, ist, dass Mainkies als Zuschlagsstoff beim Beton verwendet wurde. Dieser weist im Vergleich zu gebrochener Gesteinskörnung eine rundere Kornform auf und kann bei gleicher Betondruckfestigkeit zu einem geringeren Elastizitätsmodul führen.
Sowohl das mit der ursprünglichen Untersuchung beauftragte Fachbüro als auch ein langjährig für den Markt Mömbris tätiges Statikbüro haben die Situation so beurteilt, dass der Markt Mömbris handeln muss, um mit gutem Gewissen eine weitere Nutzung der Turnhalle zu ermöglichen. Beide Büros vertreten die Auffassung, dass eine konstruktive Verstärkung der Binder unerlässlich ist. Hierzu sollen CFK-Lamellen an die Binder angebracht werden, um diese zu verstärken. Wenn diese Maßnahme umgesetzt ist, kann nach Ansicht der Fachleute die Turnhalle wieder unbedenklich benutzt werden.
Der Gemeinderat wurde in seiner Sitzung am 17. März 2026 über das Untersuchungsergebnis informiert und hat eine Fachfirma mit der Aufbringung der Kohlefaserlamellen beauftragt. Die Arbeiten sollen direkt nach Ostern beginnen. Eine exakte Prognose über die Dauer der Sanierungsmaßnahmen ist leider nicht möglich, aber wir gehen davon aus, dass die Schulkinder noch in diesem Schuljahr wieder Sport in der Turnhalle Gunzenbach machen können.