Kosten der Mittagsbetreuung im Markt Mömbris
Erstelldatum26.02.2026

Mit dem Ganztagsförderungsgesetz vom 2. Oktober 2021 hat der Bundestag beschlossen, dass jedes Kind, das ab dem Schuljahr 2026/2027 die erste Klassenstufe besucht, ab dem Schuleintritt bis zum Beginn der fünften Klassenstufe einen Anspruch auf Förderung in einer Tageseinrichtung im Umfang von acht Stunden täglich hat. Um den Rechtsanspruch von acht Stunden zu erfüllen, müssen die Kommunen neben dem Schulunterricht auch noch eine Mittagsbetreuung bis mindestens 16 Uhr anbieten. Außerdem müssen die Kommunen während der Schulferien auch ein Betreuungsangebot von acht Stunden täglich mit Ausnahme einer maximalen Schließzeit von 20 Tagen anbieten. Den Markt Mömbris und andere Kommunen stellt das vor eine große Herausforderung. Zum einen muss der Markt Mömbris einen Großteil der Kosten tragen, zum anderen wird es immer schwerer, geeignetes Betreuungspersonal zu finden.
Der Markt Mömbris bietet schon seit über 15 Jahren eine Mittagsbetreuung an. Was seinerzeit mit wenigen Kindern in einem kleinen provisorischen Umfang gestartet ist, hat sich mittlerweile zu einer großen Einrichtung entwickelt. Die Regierung von Unterfranken geht bei ihrer Bedarfsplanung davon aus, dass an der Ivo-Zeiger-Schule letztlich rund 270 Kinder und an der Grundschule Gunzenbach rund 80 Kinder die Mittagsbetreuung besuchen werden.
Schon vor der Einführung des Rechtsanspruchs hat der Markt Mömbris dafür gesorgt, dass alle angemeldeten Kinder auch einen Betreuungsplatz in der Mittagsbetreuung bekommen haben. Das war nicht immer leicht, da hier sowohl personell als auch räumlich Grenzen bestehen.
Der Markt Mömbris plant derzeit an beiden Schulstandorten Neu- bzw. Anbauten für rund 20 Millionen €, um zum einen die Schulen aufgrund steigender Schülerzahlen mit weiteren Klassenzimmern auszustatten, als auch die provisorischen Betreuungsräume durch ausreichend große neue Räumlichkeiten zu ersetzen. Auch wenn der Staat die Baumaßnahmen finanziell unterstützt, wird noch ein beträchtlicher Anteil durch den Markt Mömbris zu tragen sein.
Auch bei den laufenden Betreuungskosten trägt der Markt Mömbris einen großen Anteil. Die Elternbeiträge und die staatlichen Zuschüsse reichen zur Deckung der Kosten bei weitem nicht aus. Bei einer vollen Auslastung mit 200 Schülern müsste pro Schüler ein monatlicher Beitrag von circa 222 € in der verlängerten Mittagsbetreuung Mömbris erzielt werden, um die Kosten im Haushaltsjahr 2025 zu decken. Bei der Mittagsbetreuung Gunzenbach müsste der monatliche Beitrag circa 146 € hoch sein, um bei einer vollen Auslastung mit 50 Schülern die Kosten zu decken.
Im Haushaltsjahr 2025 (nicht deckungsgleich mit dem Schuljahr) betrug der Fehlbetrag bei der verlängerten Mittagsbetreuung an der Ivo-Zeiger-Schule rund 329.000 €, das entspricht rund 54 % der Kosten. Bei der Mittagsbetreuung Gunzenbach lag der Fehlbetrag bei rund 67.000 €, was fast 74 % der Ausgaben entspricht.
Um zu erreichen, dass das Defizit weniger hoch ausfällt, hat der Gemeinderat in der Sitzung vom 10. Februar 2026 beschlossen, die Betreuungsgebühren mit Beginn des neuen Schuljahres erneut anzuheben. Von einer Kostendeckung ist die Mittagsbetreuung aber immer noch weit entfernt.
Zum einen würden kostendeckende Beiträge eine erhebliche Mehrbelastung für die Familien darstellen. Des Weiteren ist mit einem weiteren Anstieg der Kosten zu rechnen. Allein der Rechtsanspruch auf längere Betreuungszeiten und zusätzliche Öffnungszeiten in den Schulferien werden zu einer Erhöhung des Personaleinsatzes führen, unabhängig davon, inwieweit diese erweiterten Betreuungszeiten tatsächlich nachgefragt werden.