Der Landkreis Aschaffenburg summt... und der Markt Mömbris summt mit!

Der Markt Mömbris gehört der Initative "Der Landkreis Aschaffenburg summt!" an und möchte somit ebenfalls seinen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen. Alle weiterführenden Informationen, Veranstaltungen, und Broschüren finden Sie auf der Homepage (Den Link zur Homepage finden Sie rechts im Kasten).

Kostenfreie Saatgutpröbchen

Um weitere Lebensräume für Insekten zu schaffen, hat der Landkreis eine eigene Blühmischung herstellen lassen. Der Markt Mömbris wurde als Partnergemeinde der Summt-Initiative mit Probetütchen für je einen Quadratmeter Ansaat ausgestattet. Interessierte Mitbürger können sich diese gerne im Rathaus am Empfang kostenfrei abholen, um z.B. Kleinflächen in Vorgärten o.ä. insektenfreundlich gestalten können.  Die Summt-Initiative würde sich freuen, wenn Sie uns zum gegebenen Zeitpunkt ein Foto von dem Ergebnis Ihrer gärtnerischen Bemühungen zumailen würden: verwaltung(at)moembris.bayern.de oder direkt an karl-fecher(at)moembris.bayern.de.

Als kleines Dankeschön wird der Markt Mömbris am Jahresende unter den eingegangenen Rückmeldungen 10 Gläser Honig von heimischen Imkern verlosen. Vielleicht ist ja Honig aus Ihrem Garten dabei.

Machen Sie mit, auch viele kleine Farbtupfer ergeben ein buntes Gesamtbild.

Insektenfreundliche Zwiebelblüher – Krokusse, Wildtulpen und Co.

Frühblüher dienen im zeitigen Frühjahr den Bienen und anderen Insekten als erste wichtige Nahrungsquelle. Gerade völkerbildende Arten wie Honigbienen und Hummeln sind auf Frühblüher wie Schneeglöckchen, Winterling, Krokus, Blausternchen (Scilla) oder Hyazinthen angewiesen. Sie sind in der noch kargen Zeit gute Lieferanten für Nektar und Pollen und sorgen damit für den Aufbau und die Stabilisierung der Bienenvölker in einer schweren Zeit. Die Attraktivität dieser Pflanzen ist auch für viele Wildbienenarten sehr hoch.

Unter den Krokussen gibt es besonders bienenfreundliche Sorten, die auch für das Beet, den Rasen oder den Blumenkasten geeignet sind. Krokusse pflanzen ist wirklich einfach und besondere Pflege benötigen sie auch nicht. Der Krokus ist mal blau, violett, gelb, weiß oder gestreift und zählt zur Familie der Schwertlilien-Gewächse (Iridaceae). Heimat der Wildarten ist der Krokus-Gürtel, ein Gebiet von der Iberischen Halbinsel über Süd- & Mitteleuropa und Nordafrika sowie den Balkan bis hin zum Kaukasus und Westchina.

Grundsätzlich teilt man die Gattung Crocus nach ihrer Blütezeit auf. Die Frühlingskrokusse blühen von Februar bis April. Von September bis Oktober erblühen die Herbstkrokusse, bekannt ist in unserer Region vor allem die Herbstzeitlose.

Aber auch andere Zwiebelblüher wie die Wild-Tulpen sind wertvoll für bestäubende Insekten und durch ihre prächtigen Farben ein Hingucker in jedem Garten. Die Blüte der verschiedenen Arten, sie werden auch botanische Tulpen genannt, beginnt Anfang März und reicht bis in den Mai, somit gibt's immer etwas zum Bestaunen.

Ursprünglich stammen Wildtulpen aus Steppen oder kommen an sonnigen Gebirgshängen vor. Sie lieben Sonne und hassen Nässe. Zum Ausreifen brauchen die Zwiebeln sommerliche Trockenheit, der Boden sollte daher gut durchlässig sein. Daher bietet ein sonniger Steingarten ideale Bedingungen. Hier kommen die botanischen Tulpen in Verbindung mit Polsterstauden ideal zur Geltung. Der Reiz dieser Kombination liegt nicht nur in den mannigfaltigen Blütenfarben, sondern auch in den verschiedenen Blattformen der Wildtulpen. Diese halten es bei einem gut gewählten Standort jahrelang am selben Platz aus. Sie vermehren sich wunderbar selbstständig über Brutzwiebeln und Samen und breiten sich gut im Beet aus. Wenn sie zu dicht werden, sollten man sie ausgraben, teilen und verpflanzen.

Auch die Gattung der Traubenhyazinthen (Muscari) sollte in unseren Frühjahrsbeeten vertreten sein. Der botanische Gattungsname wird vom lateinischen "muscus" abgeleitet, übersetzt bedeutet dies "Moschus". Damit nimmt der Name Bezug auf den starken Duft, den manche Arten während der Blüte verströmen. Für Wild-, Honigbienen und Hummeln ist der Geruch offensichtlich betörend und ist Signal für eine reiche Nektar- und Pollenquelle.

Traubenhyazinthen sind sehr anspruchslos und pflegeleicht. Sie blühen im Hochfrühling in Blautönen oder Weiß. Mit der Sorte „Pink Sunrise“ gibt es einen rosafarbenen „Exot“ unter den Traubenhyazinthen. Im Frühling, wenn die Zwiebeln austreiben, ist eine Düngung möglich, beispielsweise mit Kompost. Will man, um ihre Verbreitung einzugrenzen, ein Versamen verhindern, schneidet man die welkenden Blütenstände vor der Samenreife ab. Die Blätter lässt man vergilben, bevor man sie entfernt. Das ist bei allen Zwiebelblühern wichtig, damit sich die Kraft der Pflanze wieder in die Zwiebel zurückzieht. Wichtig ist, dass die Erde während der Vegetationsruhe der Frühlingszwiebelblüher im Sommer nicht zu feucht ist.

Zu guter Letzt möchten wir noch auf die Blausternchen (botanisch Scilla) eingehen. Gehörend zur Gattung der Liliengewächse ist es ein wertvoller Massenblüher mit viel Nektar und Pollen, der Bienen, Hummeln und anderen Insekten schon im März eine wichtige Nahrungsquelle bietet. Charakteristisch sind seine drei oder gar vier Blütenstängel pro Pflanze, mit nickenden leuchtend blauen Glockenblüten. Viele Wildbienen, wie z.B. die Gehörnte Mauerbiene, „fliegen“ förmlich auf die blauen Blüten. Bis April schafft es die zierliche Zwiebelpflanze ganze Grünflächen wie ein Teppich zu bedecken. Der Blaustern eignet sich auch hervorragend zur Unterpflanzung von Sträuchern und Bäumen. Er mag es kalk- und humusreich, feuchte Böden sind okay, aber auf Staunässe reagiert er empfindlich. Der Blaustern benötigt keine Pflege. Wenn er sich an einem Standort wohlfühlt, vermehrt er sich selbst durch Aussaat. In der Natur vorkommende Blausterne sind streng geschützt!

Der ideale Zeitraum für das Setzen aller Frühjahrsblüher ist der Herbst (September bis November), dann kann man sich - Insekten wie Menschen - im kommenden Frühjahr daran erfreuen. Die Pflanztiefe ist ungefähr 2x dem Zwiebeldurchmesser, also für kleine Zwiebelgewächse wie Winterlinge 1-2 cm, für Traubenhyazinthen oder Blausternchen 6-8 cm und für Krokusse sowie Wildtulpen ca. 8-10 cm.

Viel Spaß und einen wunderbaren blumigen Frühling wünscht

Ihre Initiative „Der Landkreis Aschaffenburg summt!“

Insektenhotel selber bauen, aber richtig!

Heute werden in jedem Baumarkt, Gartencenter und im Internet Insektenhotels angeboten. Diese sind oft mit Stroh, Kiefern- oder Fichtenzapfen, Holzwolle oder ähnlichen billigen Füllstoffen versehen und als Versteck oder Kinderstube für Insekten weitgehend nutzlos.

Viel bessere Möglichkeiten bietet ein Reisig- oder Totholzhaufen, in dem sich Marienkäfer, Florfliegen und andere Insekten wohl fühlen.

Auch das Holz mit Bohrungen wird oft nicht gut gewählt. Weichholz ist für ein Bienenhotel ungeeignet. Man sollte auf Hartholz (Eiche, Esche, Buche, Obstholz) zurückgreifen und nicht in die Stirnseite bohren, sondern von der Rinde her. Sonst franst das Bohrloch leicht aus und die Bewohner verletzen sich an den Flügeln.

Die Bohrungen müssen absolut sauber und sorgfältig geglättet sein. Der Durchmesser sollte zwischen 2 und 8 mm betragen. Neben gut durchgetrocknetem Hartholz können auch hohle Schilf- oder Bambusstängel oder Pappröhrchen verwendet werden. Die Röhren sollten eine Länge von 10 bis 15 cm haben und hinten verschossen sein. Das Wildbienenhotel sollte an geschützter Stelle an einem besonnten Aufstellort (Ausrichtung Süd bis Südwest) angebracht werden.

Eine Reinigung der Röhren ist nicht erforderlich, da die Insekten die benutzten Gänge selbst säubern. Aber man kann den Bienen helfen, indem man Spinnennetze am Hotel beseitigt. Herausgefallene Halme sollten ersetzt und verwitterte Halme ausgetauscht werden. Das Insektenhotel sollte ganzjährig an einer Stelle belassen werden. Man kann beobachten, welche Durchmesser besonders begehrt sind und diese ggf. ergänzen.

Geeignete Pflanzen sollten natürlich für die Ernährung der Bienen im Garten vorhanden sein.

Aber nur rund 30 der über 550 Bienenarten in Deutschland nutzen diese Insektenhotels für ihre Brut. Knapp dreiviertel aller nestbauenden Wildbienen nisten im sandigen Boden. Mit offenen Sandstellen oder einer kleinen „Sandkiste“ kann man auch diesen Arten im Garten helfen.

Ihre Initiative „Der Landkreis Aschaffenburg summt!“

Gärten und Blühflächen im Herbst und Winter – Bitte kein „Herbstputz“!

Schön war der Sommer – welch ein Blühen in unseren Gärten und auch immer mehr auf unseren Wiesen, an den Feldrändern, Böschungen und Wegen! Der Regen im Spätsommer und Herbst hat den Blühflächen nochmal einen richtigen Schub gegeben und für eine erfreuliche Nachblüte und für einen herbstlichen Farbenrausch gesorgt.

Doch jetzt geht die Gartensaison allmählich zu Ende. Mensch und Tier stellen sich so langsam auf die kalte Jahreszeit ein und ziehen sich zurück. Bei uns Menschen ist das meist damit verbunden, dass wir mit dem Prozess des Rückzugs in die warme Stube Ordnung in unseren Gärten schaffen wollen. Alles muss aufgeräumt und „sauber gemacht“ werden. Ein letztes Mal surrt der Rasenmäher, der Laubbläser heult, hier und da kreischt eine Heckenschere, die Häcksler laufen zu Hochtouren auf. Jetzt geht’s nochmal richtig rund in den Gärten, alles wird geschnitten und frisiert, was da zu lang und dort zu groß gewachsen ist und hier vermeintlich nicht hin gehört. Erst dann hat der „ordentliche deutsche Bürger“ ein gutes Gewissen, sich von der Gartenarbeit bis zum nächsten Frühling zurück zu ziehen.

Doch aus botanischer und ökologischer Sicht treiben wir hier den größten Unfug! Ein herbstliches „Aufräumen“ der Gärten nimmt vielen Insekten und Kleintieren wertvollen Lebens- und auch Nahrungsraum, nimmt den Wurzeln und jungen Knospen am und im Boden den wertvollen Winterschutz und setzt sie der Kälte und dem eisigen Wind aus. In eine Blühwiese oder Staudenrabatte, die im Herbst stehengelassen wird, ziehen sich die Insekten in die abgestorbenen Pflanzenteile zurück, um den Winter zu überdauern. In den Stängeln wachsen Larven für die nächste Generation heran, die Vögel laben sich von den Samen in den Blütendolden der Stauden und von den Früchten der Gehölze. Würde man jetzt schneiden oder mähen, zerstört man dieses wertvolle Habitat für so viele Tiere. Zudem ist der Anblick von vereisten oder bereiften Blüten und Gräsern attraktiver, als der einer „nackigen Fläche“.

Auch viele Sträucher werden am besten nicht im Herbst, sondern im Frühling oder Frühsommer direkt nach der Blüte geschnitten, so zum Beispiel die Deutzie, die Forsythie, die Kolkwitzie, der Gartenjasmin  (Philadelphus), die Zier-Johannisbeere und die Frühlingsspiere. Auch Schneebeere, Flieder, Schneeball und Weigelie gehören dazu. Ein „Bubikopf-Schnitt“ im Zuge der Gleichmacherei ist verpönt. Viel attraktiver ist es, wenn Blütensträucher ihren natürlichen Wuchscharakter zur Schau stellen können und nur sanft ausgelichtet und alte Äste komplett herausgenommen werden.

Gräser sollte man ebenfalls besser nicht im Herbst zurückschneiden. Der richtige Schnittzeitpunkt ist das Frühjahr, wenn die Tage wieder wärmer werden. Kurz geschnittene Gräser sind dem Frost schutzlos ausgesetzt, können stark geschwächt werden, teilweise oder gar ganz erfrieren.

Das Falllaub gehört von der Wiese gerecht, in den Beeten und Rabatten aber kann es verbleiben.

Zweige, kleine Äste und Laub in der Gehölzrabatte geben Insekten und kleinen Nagern Unterschlupf und bieten den Frühjahrsblühern eine schützende Decke, unter der sie sich gut entwickeln können. In der nächsten Saison sorgt die Verrottung der Blätter für nahrhaften Humus im Beet. In einem ungenutzten `Eck` können Laub und Ästchen zu einem Laubhaufen zusammengerecht werden. Hier macht es sich der Igel gemütlich, damit er, gestärkt aus dem Winterschlaf, im Frühjahr wieder in Ihrem Garten auf „Schneckenjagd“ gehen kann.

Ihre kleinen Gartenbewohner und die Landkreis Aschaffenburg Summt-Initiative danken Ihnen für das Zulassen von etwas mehr „naturhafter Unordnung“ in Ihrem Garten.

Ihre Initiative „Der Landkreis Aschaffenburg summt!“

Das Trachtjahr geht zu Ende – wertvolle Herbstblüher

Für uns alle ist der Sommer der Höhepunkt des Jahres – für den Bien, einem Bienenvolk im Honigstock, neigt sich jedoch schon zur Sommersonnwende das Jahr dem Ende entgegen. Und es war heuer ein gutes Trachtjahr! Die Massentrachten wie Obstblüte, Raps und Robinie sind im Hochsommer vorbei, der Hauptfuttereintrag ist geschafft, die Vorräte für den Winter sind angelegt.

Dennoch ist gerade jetzt eine vielfältig blühende Landschaft von enormer Wichtigkeit. Denn jetzt werden die Winterbienen aufgezogen die dringend Pollen als einzige Eiweißquelle benötigen. Nur so können diese sich gut entwickeln und ausreichend „Winterspeck“ in Form eines Fettkörpers aufbauen. Daher ist es äußerst wichtig, das so genannte Trachtfließband nach den Haupttrachten nicht abreißen zu lassen.

Kleearten wie Weiß- oder Rotklee, Esparsette, Mohn und Sonnenblumen mögen die Bienen auf unseren Wiesen und Feldern sehr. Auch die heimischen Wildblumen wie Wegwarte, Blutweiderich und Kornblumen sind ein herbstlicher Genuss für Honig- und Wildbienen gleichermaßen. Im Garten helfen Sie unseren Bienen mit verschiedensten spät blühenden Kräutern, wie Borretsch, Minze, Salbei, Melisse und Thymian. Typische Bauerngartenpflanzen sind eine Pollen- und Nektarquelle für Bienen. So blühen im Herbst verschiedenste Astern, Phlox und Chrysanthemen, Sonnenbraut (Helenium), Phacelia, Fetthenne (Sedum), Goldrute, Herbstanemonen und Sonnenhut (Rudbeckia) um die Wette. Auch die Blüte des Efeu ist für Honig- wie Wildbienen ein Hochgenuss. Sicher haben Sie schon einmal wildes Gesumm an einer mit Efeu berankten Mauer wahrgenommen – Efeu bietet die letzte Futterquelle für die Biene im Jahr.

Viele der Kräuter, Blumen, Gehölze und Stauden finden im kleinsten Garten ein Zuhause. Achten Sie bitte beim Kauf immer auf bienenfreundliche, ungefüllte Blüten. So helfen Sie nicht nur unserer Honigbiene gesund zu bleiben. Lassen wir es also Blühen – vom Frühling bis in den Spätherbst!

 

Ihre Initiative „Der Landkreis Aschaffenburg summt!“

Erster Workshop „Der Landkreis Aschaffenburg summt!“

Rund 60 Gäste kamen zum ersten Workshop der im April 2019 gegründeten Initiative „Der Landkreis Aschaffenburg summt!“ Landrat Dr. Ulrich Reuter sowie die „Deutschland summt!“-Leitung Dr. Corinna Hölzer und Cornelis Hemmer aus Berlin begrüßten diese zahlreichen Gäste aus den Vertretern der Landkreiskommunen, lokaler Naturschutzverbände, Imker, Landwirte, Gartenbauer und interessierter Bürger.

Dr. Reuter hieß die Gäste im neu renovierten Kreistagsaal willkommen und betonte die gute Arbeit und das Zusammenwirken der Summt-Aktiven. Einiges sei inzwischen geschehen und viel habe man sich für die weitere Zukunft vorgenommen.

So wurden Blühflächen-Infotafeln entwickelt, die die Bürger darauf hinweisen, dass es hier für Bienen und Insekten wächst und blüht. Des Weiteren wurden Summt-Leitlinien erstellt, die die “Der Landkreis Aschaffenburg summt!“-Philosophie ausdrücken und somit ein Grundfundament für die Zusammenarbeit bilden.

Bereits neun Landkreisgemeinden haben diese Summt-Leitlinien unterzeichnet. Sieben davon waren zum Workshop anwesend und wurden von Landrat Dr. Reuter ganz offiziell als Summt-Partnergemeinde begrüßt:

  • Markt Hösbach
  • Markt Mömbris
  • Karlstein
  • Kahl am Main
  • Markt Großostheim
  • Johannesberg und
  • Geiselbach.

Die Gemeinden Bessenbach und Glattbach konnten leider nicht am Workshop teilnehmen. Zusätzlich zu den Blühflächenschildern überreichte Landrat Dr. Reuter den anwesenden Partner-Gemeinden die offiziellen „Der Landkreis Aschaffenburg summt-Bienchen“, die als Logo mit dem individuellen Schriftzug „und die Gemeinde XY summt mit“ von der Summt-Partnergemeinde für die Bewerbung ihrer Blühflächenaktivitäten verwendet werden dürfen. Der Stolz der Partnergemeinden und des Leitungsteams der Initiative war groß. Gemeinsam ging es auf die große Treppe im Foyer des Landratsamtes zum Fototermin.

Nach der Vorstellung der Deutschland-Summt-Bewegung und der bis jetzt geleisteten und für die nahe Zukunft geplanten Aktionen der „Landkreis summt!“ Initiative hatte jeder Teilnehmer die Möglichkeit, sich selbst, seine „Summ-Tätigkeiten“ und die Ideen sowie Wünsche für eine zukünftige Zusammenarbeit vorzustellen. Hier wurde deutlich, dass schon vielerlei insektenfördernde Aktionen gemacht werden, die Bündelung und Vernetzung, des gegenseitige sich Stärken und voneinander Lernen aber ganz wichtig ist. Die Vorstellung unseres „Lokalen Blüh-Aktivitäten-Vorreiters“ „Der Blühende Bachgau“ ließ die Zuhörer staunen, die Summt-Partnerschaft der Bachgau-Gemeinde Markt Großostheim mit dem erfahrenen und engagierten Gärtnermeister Christian Gasper vom Grünflächenamt, bereichert die Landkreis-summt-Initiative bereits jetzt schon. Auch das Roland-Eller-Umweltzentrum in Hobbach ist schwer aktiv und bietet ein breit gefächertes Bildungsangebot, welches auch die Insekten und (Wild-)Bienen mit einschließt. Der Markt Mömbris, die Gemeinde Karlstein und der Markt Hösbach haben auch in Zusammenarbeit und fachlicher Beratung durch die Summt-Initiative bereits erfolgreich Blühwiesenansaaten und insektenfreundliche Stauden- und Gehölzpflanzungen angelegt und sind somit „Summt-Gemeinden der ersten Stunde“.

Gelebtes Netzwerken ist auch die lebendige Kooperation mit den benachbarten Summt-Initiativen „Alzenau Summt!“ und „Aschaffenburg summt!“ Claudia Neumann und Matthias Braun vom Leitungsteam der Alzenauer Summt-Gemeinschaft gaben den Teilnehmern einen interessanten Einblick über das Wirken der Summt-Initiative der Stadt Alzenau. Gemeinsame Termine und Aktivitäten sind schon geplant, so ein gemeinsamer Info-Stand auf dem Garten-, Kunst- und Pflanzenmarkt auf dem ehemaligen Gartenschaugelände in Alzenau am 18. und 19. April diesen Jahres.

Am 19. März lädt die Summt-Initiative der Stadt Aschaffenburg gemeinsam mit „Der Landkreis Aschaffenburg summt!“ zu einem Multivisions- Vortrag in der Stadthalle Aschaffenburg ein. Gezeigt wird die „Wunderwelt Wiese“ von Roland Günter, mit phantastischen Makro-Aufnahmen und einer anschließenden Diskussionsrunde.

Vom 23. März – 5. April ist das Hamburger Theater Zeppelin mit einem Bienen-Theaterstück zu Gast in Bayern und tourt auch durch die Landkreisschulen.

Am 26. März begrüßen wir Werner Kuhn aus Güntersleben bei uns, für einen Fachvortrag zum Thema biodiverse und zugleich pflegearme gemeindliche Grünstrukturen. Im Anschluss reist eine Wildbienenausstellung durch den Landkreis, die im Zeitraum 28. März – 31. Mai von den Landkreis Aschaffenburg-Gemeinden gebucht werden kann.

Der nächste Workshop wird am 2. April im Landratsamt stattfinden – hier soll es dann um die praktische Arbeit der Summt-Partner miteinander gehen, Ideen und Konzepte weiterentwickelt, Aktionen angeregt, Mitstreiter und Unterstützer gesucht und Tätigkeiten geplant werden.

Das Netzwerk „Der Landkreis Aschaffenburg summt!“ soll um weitere Partner vergrößert werden. So ist neben den Landkreisgemeinden eine lebendige Partnerschaft mit weiteren Umweltverbänden, Institutionen, Forschungseinrichtungen, Bildungsträgern, Kulturellen sowie auch mit den regionalen Gartenbaubetrieben angedacht, um vielfältige Summt-Aktionen, Veranstaltungen und Auftritte miteinander zu gestalten, die weit über das bloße Ansäen von Blühflächen hinausgehen.

Quelle: https://der-landkreis-aschaffenburg.deutschland-summt.de

Neuer Umgang mit öffentlichen Grünflächen – Erste Umsetzungen in der Praxis

Die Thematik "Insektensterben" und "Gefährdung der Biodiversität" beherrscht seit geraumer Zeit die Medienlandschaft. Die nachhaltige Bedeutung der biologischen Vielfalt für den Menschen ist unbestritten. In jüngster Vergangenheit wurde und wird die Bevölkerung umfassend mit der Problematik konfrontiert und allerorten wird versucht, der negativen Entwicklung entgegenzuwirken.

Auch der Markt Mömbris kann sich dem nicht verschließen und hat mittlerweile erste Schritte umgesetzt. So wurden z. B. verschiedene Testflächen für Blühwiesen angelegt. Dabei haben sich anderweitige Erfahrungen bestätigt, dass es mit dem Ausbringen von irgendwelchen Saatgutmischungen auf beliebigen Flächen nicht getan ist. Vielmehr muss das Saatgut auf den entsprechenden Boden abgestimmt sein und der Vorbereitung des Untergrundes kommt eine enorme Bedeutung zu. Bei der Blühwiese in der Grünanlage Johannesberger Straße in Mömbris z. B. wurde quasi ein kompletter Bodenaustausch vorgenommen, das Erdreich mit Sand abgemagert und mit Substrat versetzt. Ausgesät wurde die sogenannte "Veitshöchheimer Mischung 1, Sommertöne". Die Wiese blüht mittlerweile in voller Pracht und wird recht intensiv beflogen. In dem vorbereiteten Pflanzbeet in unmittelbarer Nähe soll im Herbst eine entsprechende Staudenmischung eingebracht werden. Dies sollte eigentlich bereits im Frühjahr geschehen, allerdings war der Markt dermaßen leergefegt, dass kein geeignetes Pflanzmaterial mehr zu bekommen war. Der Pflanzstreifen am Parkplatz Friedhof Mömbris wurde testhalber mit einer anderen Mischung eingesät, die ebenfalls recht gut angegangen ist.

An anderen Stellen musste man die Erfahrung machen, dass die Versuche nicht immer von Erfolg gekrönt sind. Im Bereich des Pausenhofes am Schulgebäude in Dörnsteinbach oder am Bolzplatz in Mömbris hat sich von den ausgebrachten Mischungen, zumindest bisher, außer Gräsern so gut wie kein Bewuchs entwickelt. Allerdings wurde hier ohne größere Bodenvorbereitungen ausgesät.

Generell wird mittlerweile bei Ansaaten im Marktgebiet darauf geachtet, bei entsprechenden Maßnahmen möglichst insektenfreundliche Mischungen zu verwenden. Dies betrifft sowohl die Wiederherstellung von Böschungen an Bachläufen oder Wegen, wie auch die Instandsetzung oder Neubegrünung sonstiger Flächen. Vielleicht ist dem einen oder anderen der Radweg zwischen Mömbris und Heimbach ins Auge gefallen, an dem im Frühjahr der Mohn in voller Blüte stand und jetzt andere blühende Pflanzen folgen. Das staatliche Bauamt hat an der Fortsetzung des Radweges in Richtung Gewerbegebiet Hutzelgrund ebenfalls einen umfangreichen Blühstreifen angelegt.

Das Anlegen von Blühwiesen ist allerdings kein alleiniges Allheilmittel. Im Marktgebiet werden in der Regel die Seitenstreifen an den Straßen im Frühjahr und Herbst, an Flurwegen meist nur im Herbst, gemulcht. Hier werden in diesem Jahr an verschiedenen Flurwegen zwar die Bankette gepflegt, an wegbegleitenden Böschungen wird abschnittsweise jedoch der Bewuchs unberührt gelassen. Zudem werden künftig geeignete Flächen gemäht anstatt gemulcht, um schonender mit Kleinlebewesen umzugehen. Zusätzlich wird versucht, die Mahd auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, um blühende Pflanzen länger für die Insekten vorzuhalten. Auch hier handelt es sich um erste "Testfelder". Die Vorgehensweise soll dazu dienen, eigene Erfahrungen zu sammeln und, je nach Eignung, schrittweise bestimmte Vorgehensweisen zu ändern und den aktuellen Anforderungen anzupassen. Dies setzt natürlich auch eine gewisse Akzeptanz und ein Umdenken in der Bevölkerung voraus. Zweifellos hat die Erhaltung der Verkehrssicherheit absoluten Vorrang, allerdings muss nicht in allen Bereichen ein Zierrasen unterhalten werden. Eine Wiese darf sich an geeigneten Stellen auch einmal entwickeln. Dies hat absolut nichts mit
Nachlässigkeiten des gemeindlichen Bauhofes zu tun, vielmehr sollen nach und nach Verbesserungen hinsichtlich der Nahrungsquellen von Insekten und den Lebensräumen von Kleintieren geschaffen werden. Es wird eine Aufgabe für die Zukunft sein, hier einen vernünftigen Mittelweg zwischen den berechtigten Ansprüchen der Bürger und den Belangen der Natur zu finden.

Die Verwaltung wird versuchen, in gewissen Abständen kontinuierlich über neue Erkenntnisse zu informieren und Aufklärungsarbeit zu leisten. Hierzu werden die bereits geknüpften Kontakte zum "summenden Landkreis" intensiviert werden. Auch in diesem Bereich müssen allerdings zuerst einmal Erfahrungen gesammelt und gewisse grundlegende Strukturen festgelegt werden. Der Markt Mömbris ist sich durchaus bewusst, dass er mit seinen Aktivitäten nicht "die Welt retten wird" und dass insbesondere auch die "große Politik" gefordert ist. Viele kleine Schrittchen in die richtige Richtung führen den Wanderer jedoch dem Ziel zumindest näher.

Noch eine Anmerkung am Rande: Der Markt Mömbris freut sich, dass die Bevölkerung an den Blühwiesen Gefallen findet. Aus gegebenem Anlass möchten wir aber darauf hinweisen, dass die Pflanzungen primär als Nahrungsquelle für Insekten angelegt wurden. Sie sollen ursächlich eigentlich nicht dazu dienen, dass sich begeisterte Mitbürgerinnen und Mitbürger hier kostengünstig wunderschöne Blumensträuße pflücken können.