Grundsteuer

Die Grundsteuer ist objektbezogen und bezieht sich auf den Wert eines Grundstückes, einschließlich der darauf stehenden Gebäude. Für einen Grundbesitz (Grundstücke und Gebäude), der im Marktgebiert Mömbris liegt, wird durch die Gemeinde Mömbris Grundsteuer erhoben.

Rechtsgrundlage für die Erhebung der Grundsteuer ist das Grundsteuergesetz.

Sie berechnet sich nach dem Grundsteuermessbetrag, den das Finanzamt festsetzt, multipliziert mit dem Hebesatz der Gemeinde Mömbris. Dieser beträgt für die für die Grundsteuer A (Betriebe der Land- und Forstwirtschaft und für die Grundsteuer B (alle anderen Immobilien) 320 v.H.

 

Fälligkeit:

Die Grundsteuer wird jährlich, in der Regel, zu je einem Viertel Ihres Jahresbetrages am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November fällig. Die Fälligkeit ändert sich aber aufgrund der Höhe des Grundsteuerbetrags und kann somit auch nur einmal jährlich (15.8.) oder mit zwei Fälligkeiten (15.2. und 15.8.) anfallen.

Auf Antrag des Steuerschuldners kann die Zahlung der Grundsteuer auch nur 1x jährlich, zum 1.7., erfolgen. Hierfür ist ein gesonderter Antrag erforderlich. Diesen erhalten Sie im Rathaus (Abteilung Steueramt) oder im rechten Kasten bei "Formulare & Downloads" (siehe Antrag jährliche Grundsteuer).

 

Grundsteuerzahlung bei Verkauf des Eigentums

Immer wieder kommt es hier zu Unklarheiten. Das Eigentum ist verkauft, der Kaufpreis wurde gezahlt und ggf. erfolgte bereits die Änderung im Grundbuch und trotzdem wird der Verkäufer weiterhin zur Zahlung der Grundsteuer herangezogen. Dies erklärt sich wie folgt: Die Grundsteuer ist eine Jahressteuer und wird immer zum 1.1. eines jeden Jahres vom zuständigen Finanzamt Aschaffenburg festgesetzt.

Sollten Sie während des Kalenderjahres Ihr Haus/Grundstück/Eigentumswohnung verkaufen, so muss trotzdem, unabhängig vom Verkaufsdatum und/oder dem Grundbucheintrag, die Grundsteuer für das aktuelle und ggf noch für das folgende Jahr vom bisherigen Eigentümer (also dem Verkäufer) weiterbezahlt werden. Dies ist in den §§ 9 und 10 des Grundsteuergesetzes geregelt.

Das Finanzamt rechnet ein Eigentum an einem Grundstück immer zum 1.1. des Folgejahres dem neuen Eigentümer zu, in dem ein Eigentumswechsel stattgefunden hat. Denn die Grundsteuer wird nach den Eigentumsverhältnissen zu Beginn des Kalenderjahres (1.1.) für das jeweilige Kalenderjahr festgesetzt und wird nicht unterjährig abgerechnet. Heißt: In August 2018 wurde ein Haus verkauft, so rechnet das Finanzamt die Grundsteuer erst ab 1.1.2019 dem neuen Eigentümer (Käufer) zu – unabhängig vom Eintrag ins Grundbuch und unabhängig von der notariellen Vertragsunterzeichnung und Regelung im Notarvertrag zur Zahlung der Nebenkosten.

Sobald das Finanzamt dem Markt Mömbris einen neuen Messbescheid zukommen lässt, werden wir die Grundsteuerumstellung vornehmen. Der Verkäufer erhält einen Aufhebungsbescheid. Gegebenfalls zu viel bezahlte Beträge werden erstattet. Der Käufer erhält einen Veranlagungsbescheid. Es erfolgt ggf. eine Nachzahlung. Die Änderungen sind immer (rückwirkend) zum 1.1. eines Jahres. Verkäufer und Käufer können die Zahlung der Grundsteuer auf privatrechtlichen Wege klären. Steuerschuldner bleibt, bis zur Erstellung eines Aufhebungsbescheides, der Verkäufer.

 

Was ist mit der Grundsteuerreform?

Die Grundsteuer wurde reformiert. Das Bundesverfassungsgericht hat die bisherigen Berechnungsgrundlagen, die Einheitswerte, als verfassungswidrig eingestuft. Bemängelt wurde vor allem, dass die Werte veraltet sind und deshalb die einzelnen Grundsteuerzahler ungleich behandelt werden. Deshalb gilt: Bis 2024 berechnet sich die Grundsteuer noch nach den Einheitswerten, ab 2025 berechnet sie sich dann nach den neuen Berechnungsgrundlagen, den Äquivalenzbeträgen oder den Grundsteuerwerten. Für Grundstücke wird in Bayern ein wertunabhängiges Flächenmodell umgesetzt. Damit wird im Gegensatz zum Bundesmodell verhindert, dass die Grundsteuer automatisch steigt.

Die neuen Berechnungsgrundlagen werden von den Finanzämtern zum Stichtag 1. Januar 2022 ermittelt. Die Städte und Gemeinden berechnen die Grundsteuer auf dieser Grundlage anhand des jeweiligen eigenen Hebesatzes und bestimmen damit die Höhe der Steuer ab dem 1. Januar 2025. Die „neue“ Grundsteuer ist also erstmalig ab 2025 zu zahlen.

Um die neuen Berechnungsgrundlagen für die Grundsteuer ermitteln zu können, müssen alle Eigentümerinnen und Eigentümer (Stichtag: 1. Januar 2022) von Grundstücken (z. B. einem Einfamilienhaus, einer Eigentumswohnung oder eines Gewerbegrundstücks) und Betrieben der Land- und Forstwirtschaft (dazu zählen z. B. auch einzelne oder mehrere land- und forstwirtschaftliche Flurstücke) eine Grundsteuererklärung einreichen. Die Grundsteuererklärung ist zwischen dem 1. Juli 2022 und dem 31. Oktober 2022 abzugeben. Hierzu wurden die Eigentümerinnen und Eigentümer am 30. März 2022 durch eine Allgemeinverfügung des Bayerischen Landesamts für Steuern öffentlich aufgefordert. Zu den Ausnahmen zur Allgemeinverfügung vergleiche Verfügung vom 31. März 2022 sowie Verfügung vom 10. Mai 2022.

Infoveranstaltung zum Thema Grundsteuerreform

Die Grundsteuer in Bayern wurde reformiert. Was die Reform bedeutet und was nun für Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer zu tun ist, darüber informiert eine gemeinsame Infoveranstaltung von Stadt und Landkreis sowie dem Finanzamt Aschaffenburg am Montag, 11. Juli, um 18 Uhr in der Stadthalle am Schloss. Die Veranstaltung wird auch online übertragen. Der Zugangslink wird kurz vor der Veranstaltung auf der Internetseite der Stadt Aschaffenburg www.aschaffenburg.de veröffentlicht.

Neben einem Vortrag des Finanzamts gibt es an Frageinseln die Möglichkeit, spezifische Fragen persönlich zu stellen. Ein Stand zum Thema „ELSTER“ steht ebenfalls bereit.

Für die Städte und Gemeinden ist die Grundsteuer eine der wichtigsten Einnahmequellen. Sie fließt in die Finanzierung der Infrastruktur, zum Beispiel in den Bau von Straßen und dient der Finanzierung von Schulen und Kitas. Das Bundesverfassungsgericht hat die bisherigen gesetzlichen Regelungen zur Bewertung von Grundstücken für Zwecke der Grundsteuer im Jahr 2018 für verfassungswidrig erklärt. Der Bayerische Landtag hat deshalb am 23. November 2021 zur Neuregelung der Grundsteuer ein eigenes Landesgrundsteuergesetz verabschiedet. Ab 2025 wird die Grundsteuer in Bayern nicht mehr nach dem Wert des Grundstücks, sondern nach der Größe der Fläche von Grundstück und Gebäude berechnet. Die „neue“ Grundsteuer ist also erstmalig ab 2025 zu zahlen.

Um die neue Berechnungsgrundlage für die Grundsteuer feststellen zu können, sind Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer sowie Inhaberinnen und Inhaber von land- und forstwirtschaftlichen Betrieben verpflichtet, in der Zeit vom 1. Juli bis 31. Oktober 2022 eine Grundsteuererklärung abzugeben. Sie erhalten dazu ab 30. Mai ein Informationsschreiben. Die Erklärung kann ab 1. Juli 2022 elektronisch über ELSTER unter https://www.elster.de abgegeben werden.

Weitere Infos gibt es unter www.grundsteuer.bayern.de.